Der unheilvolle Earl

#1 Bestseller der Regency Liebesromane

Der unheilvolle Earl von Emmi West

Schon seit ihrer Kindheit hat Claire heimlich nur ihn geliebt: Henley Fitzgerald. Auch heute ist es ihr egal, was man über den unheilvollen Earl und sein Anwesen im düsteren Moor munkelt. Er weiß nicht einmal, dass sie existiert.

Doch genau das ändert sich, als er sie auf frischer Tat ertappt: Sie bricht (äußerst ungeschickt) in sein Stadthaus ein!
Eigentlich wollte sie nur ein Bild ihres Vaters zurückholen – stattdessen fällt sie ihm in die Arme.

Er lässt ihr die Wahl zwischen dem Galgen und seinem Anwesen im Moor. Ein Jahr ihrer Zeit mit ihm im düsteren Moor, und sie bekommt ihre Freiheit zurück.

Claire sagt zu. Mit einem Hintergedanken: Vielleicht gelingt es ihr doch, die eisige Schicht um sein Herz zum Schmelzen zu bringen?

Wäre da nur nicht das große Geheimnis, das sie im Moor erwartet.

Romantisch – geheimnisvoll – verführerisch. Eine lebhafte Künstlertochter und ein unnahbarer Earl – kann das gut gehen? In sich abgeschlossener Roman mit Happy-End-Garantie von USA Today Bestseller-Autorin Jenny Foster als Emmi West.

Erhältlich auf Amazon: Kindle & Taschenbuch


🎧 Mini-Lesung „Der unheilvolle Earl“

Ich konnte meinen wunderbaren Ehemann überreden, mit mir gemeinsam einen kurzen Auszug aus dem Buch zu lesen. Das ist kein Hörbuch und ich werde auch nie eines einlesen. Es ist nur ein kleines Extra von mir und vom Earl für Sie. Viel Vergnügen beim Hören! 

1. 🎧 Die Mini-Lesung (ca. 13 Minuten) finden Sie hier: https://buy.bookfunnel.com/80fjxrckhx
(Klicken Sie auf den weißen Play-Button unter „Listen to a sample here“)

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Viel Vergnügen beim Hören!


Leseprobe

Claire prallte gegen einen harten, männlichen Oberkörper. Die Wucht nahm ihr den Atem. Im nächsten Moment, bevor sie auch nur entfernt an Flucht denken konnte, legte sich eine Hand mit eisenklammerähnlichem Griff um ihren Oberarm. Die andere riss ihr die Kapuze herunter und Claire erkannte, wem sie in die Falle gegangen war: Er war es. Henley.

Im lichtlosen Zimmer war sein Gesicht nur schwer auszumachen, aber sein Zorn war unverkennbar. Unheilvoll und mit einem Ausdruck eisiger Bedrohlichkeit schaute er auf sie herab. Claire rang nach Luft, während sich in ihrem Kopf die Gedanken überschlugen. »C’est toi!« Sie biss sich auf die Zunge. Nicht nur, dass sie wie stets in angespannten Situationen in ihre Muttersprache verfiel, nein – sie duzte ihn auch noch! Der saure Geschmack der Angst füllte ihren Rachen, und ihr Herz drosch gegen ihre Rippen wie ein Schmiedehammer auf den Amboss.

»In der Tat, ich bin es«, stellte er seine Kenntnis der französischen Sprache unter Beweis, antwortete aber auf Englisch. »Und wer, mit Verlaub, sind Sie, Mademoiselle?« Im Gegensatz zur brutalen Hitze seines Griffs war seine Stimme pures Eis, unbeteiligt und gleichgültig.

Niemand. Ich bin niemand. Doch das wäre wohl kaum eine zufriedenstellende Antwort für Henley, den Furchterregenden. Auch nicht für Henley, den atemberaubend Schönen. War ihm überhaupt bewusst, dass sein Gesicht Frauenherzen höherschlagen ließ, selbst wenn er mit finster zusammengezogenen Brauen und streng aufeinandergepressten Lippen auf sie herabsah? »Claire«, flüsterte sie. »Mein Name ist Claire.«

»Und weiter?«

»De Beaujeux.« Absichtlich nuschelte sie ein bisschen. Die Chance, dass er sich an den Namen erinnerte, war gering, doch Claire wollte kein Risiko eingehen. Papa würde sich im Grabe herumdrehen, wenn er wüsste, dass sie den Sohn seines größten und liebenswürdigsten Gönners bestohlen hatte. Beinahe, korrigierte sie sich. Und auch nicht wirklich bestohlen.

»Claire de Beaujeux also.« Er hielt sie immer noch am Arm gepackt und mit einem Mal wurde sie sich seiner Nähe bewusst.

Er ist genau so, wie ich ihn mir als kleines Mädchen erträumt habe. Groß, furchtbar groß sogar, breitschultrig und mit muskulösen Armen, die sie mühelos festhielten. Wahrscheinlich hätte er sie mit gerade einmal zwei Fingern seiner linken Hand an Ort und Stelle halten können, ohne sich anzustrengen, und Claire war hochgewachsen für eine Frau!

»Kennen wir uns?«

Claire schüttelte den Kopf. War es ein ermutigendes Zeichen, dass er sie nicht ins Kreuzverhör nahm und zu wissen verlangte, was sie in seinem Haus verloren hatte? »Nein«, erwiderte sie leise. Wir wurden einander nie offiziell vorgestellt und wir sind uns kein einziges Mal persönlich begegnet, und doch kenne ich dich. Der stechende Blick schüchterte sie fast mehr ein als seine überwältigende … Körperlichkeit. Der Sprung aus dem Dunkel hatte sie im allerersten Moment an ein Raubtier denken lassen, und diese Vorstellung hatte sich in ihrem Kopf festgesetzt.

»Ihr Name kommt mir bekannt vor«, sagte er, immer noch ohne die geringste Spur von Gefühl in seinen Worten. Claire nutzte das sekundenlange Lockern seiner Finger, um sich aus seinem Griff zu winden, trat mit zitternden Knien einen Schritt zurück und kreuzte die Arme vor der Brust. 

Sie blickte hinüber zum Earl. Abgesehen von seiner unheilvoll drohenden Miene gab es keinen Hinweis darauf, was er mit ihr vorhatte. Offensichtlich zog er nicht in Betracht, dass sie einen Fluchtversuch wagte, denn er machte sich nicht einmal die Mühe, sie erneut zu packen. »Nun, Mademoiselle de Beaujeux. Warum sind Sie in mein Haus eingebrochen und haben meinen Grund und Boden ohne meine Erlaubnis betreten?«

Claire hob das Kinn. Mein Haus, mein Grund und Boden, meine Erlaubnis. Pah, diese Engländer dachten, die ganze Welt würde sich um sie drehen, und der Earl war keine Ausnahme. »So, wie Sie es sagen, klingt es nach einem Kapitalverbrechen.« Ehrlich gesagt fühlte es sich auch so an, als hätte sie die Verbannung in die Kolonien, zehn Peitschenhiebe oder einen Platz als Galeerensklavin verdient.

Er starrte sie weiterhin an. Nicht ein Muskel zuckte in seinem schönen, hochmütigen Gesicht, was ihn nur umso furchteinflößender wirken ließ. »Es ist ein Verbrechen, wenn auch keines, das mit dem Tod bestraft wird. Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit bedeuten nicht, dass Sie einfach hier hereinspazieren können, wie es Ihnen beliebt, und sich an meinen Besitztümern bedienen dürfen. Vielleicht war es in Ihrer Heimat früher so üblich, aber hier gelten immer noch Recht und Gesetz.«

Claire fühlte, wie ihr die Farbe aus dem Gesicht wich. »Ich bin keine Revolutionärin«, spuckte sie ihm entgegen. »Wie können Sie es wagen …« Ihr versagte die Stimme.

»Schluss jetzt!« Er stieß einen schrillen Pfiff aus, und nacheinander kamen zwei Männer herein – Diener, die nur auf sein Signal gewartet hatten, erkannte Claire. Einer entzündete augenblicklich eine Lampe, der andere postierte sich neben der Tür. Zu ihrer Erleichterung signalisierte der Earl den Männern, dass sie die Knüppel sinken lassen sollten. In Claires Magengrube breitete sich ein seltsames Gefühl aus – es war kein Zittern, nicht ganz, aber es drohte anzuwachsen und innerhalb der nächsten Sekunden ihren gesamten Körper zu erfassen. Warum habe ich nicht bemerkt, dass er zurückgekehrt ist? Ach, hätte ich mir doch gestern ein Herz gefasst, als das Haus noch leer und verlassen war!

Es kam nicht oft vor, dass Claire sich wie ein Zwerg fühlte, doch jetzt und hier kam sie sich ausgesprochen klein vor. Unbedeutend. Nun, daran war sie gewöhnt. Warum versetzte es ihr dann einen feinen, scharfen Stich? Hinzu kam, dass die beiden Bediensteten die dunkelgrüne Livree der Westmorelands trugen und dadurch wie Soldaten wirkten, die nur auf den Befehl ihres Generals warteten, um kurzen Prozess mit dem Feind – mit ihr – zu machen. Henley – der Earl, verbesserte sie sich in Gedanken – hatte sie zwar losgelassen, wandte aber auch dann nicht den Blick von ihr, als er mit beiden Männern sprach. Ihr Herz schlug laut wie eine Trommel und übertönte in ihren Ohren alles andere, sodass sie nicht hörte, was er ihnen auftrug. 

Sie musste ihn überreden, sie laufen zu lassen. Es war ja nicht so, als hätte sie sich wahllos die Taschen vollgestopft, obwohl ein einziger der silbernen Kerzenhalter genügt hätte, sie ein halbes Jahr lang zu ernähren. Nicht im Traum wäre ihr eingefallen, sich etwas zu nehmen, was ihr nicht gehörte. Aber wer würde ihr das jetzt noch glauben? Der Earl, der sie auf frischer Tat ertappt hatte, ganz sicher nicht.

»Es ist allein Ihre Schuld, dass ich das Gesetz brechen musste«. Claire nutzte den kurzen Moment seiner Fassungslosigkeit und setzte nach: »Ich will nur zurück, was rechtmäßig mir gehört.«

»Nichts in diesem Haus gehört Ihnen«, erwiderte er. Seine dunkle Stimme war glatt wie Eis, das einen zugefrorenen See bedeckte. Nur wenn man genau hinhörte, vernahm man die darunter verborgene wilde Strömung des schwarzen Wassers. Mit einer Hand fuhr er sich durch sein goldblondes Haar. »Sagen Sie mir endlich, was Sie gesucht haben! Wir sind hier nicht in einer Geschichte aus Tausendundeiner Nacht!«

»Es ist ein Bild, Mylord.« Sie ließ sein Gesicht keinen Moment aus den Augen. »Ein Porträt, das mich als kleines Mädchen zeigt, und ich möchte es zurück.«

* * *

»Wie gesagt, ich möchte keine Almosen. Aber das Bild … ich brauche es.« Sie biss sich auf die Lippe. »Es ist meine einzige Möglichkeit, in Würde zu überleben. Und bevor Sie mir vorschlagen, mich von meiner Hände Arbeit zu ernähren: Das habe ich versucht. Mehr als einmal.« Sie zog die Brauen zusammen. »Ich … Man hat mich bereits einmal des Diebstahls angeklagt, und wenn Sie mich jetzt den Constablern übergeben und der Richter hört, dass ich in Ihr Haus eingedrungen bin … man wird mir nicht glauben.«

»Ich bin bereit, Ihnen das Bild zu geben«, sagte er. »Aber ich erwarte eine Gegenleistung.« Ein Ausdruck von Enttäuschung blitzte in ihren Augen auf, bevor sich ihre Züge verschlossen. »Kommen Sie mit mir nach Shearwater Hall und bleiben Sie bei mir. Ein Jahr lang. Danach«, er ließ sie die volle Macht seines Blicks spüren, »gehört das Bild Ihnen.«

»M-Mylord«, stammelte Claire. Seine blaugrauen Augen blitzten teuflisch und sie wusste nicht, wohin sie schauen sollte. Überallhin, nur nicht zu ihm. Sie zitterte und ihr war trotz des Umhangs, der immer noch über ihren Schultern lag, eiskalt, und das nicht allein, weil sich sein Vorschlag über die gängige Moral hinwegsetzte.

Er wollte, dass sie ihn nach Shearwater Hall begleitete! Oh, sie wusste genau, von welchem Ort er sprach. Am Ende der Welt gelegen, umgeben vom bleigrauen Himmel und dem unergründlichen Moor, kam ein Aufenthalt auf Shearwater Hall einer Verbannung gleich. Noch dazu verlangte er nicht einen Tag, eine Woche oder einen Monat ihres Lebens, sondern ein ganzes Jahr!

Allein die Fahrt dorthin würde zwei, wenn nicht drei Tage dauern, je nachdem, wie oft er die Pferde wechseln ließ.

Ein eigenartiges Gefühl kroch durch Claires Körper und nistete sich in ihrem Bauch ein. Es war keine Angst, nicht ganz, aber wirkliche Erleichterung ebenfalls nicht. In der Gegenwart dieses Mannes würde sie sehr, sehr wachsam bleiben müssen.

Eingesperrt in der Enge der Kutsche würden sie einander körperlich nahe sein. So nahe, wie es innerhalb eng gesteckter Grenzen der Schicklichkeit erlaubt war. Doch wie sollte sie reagieren, wenn er trotz Orkus’ Anwesenheit auf unziemliche Gedanken kam? Das Ziehen in ihrer Magengegend verstärkte sich. Ihr Herz flatterte. Ihre Hände fühlten sich kalt an, während ihre Wangen brannten.

»Wäre es so schlimm, mir Gesellschaft zu leisten?« Ein spöttischer Unterton begleitete seine Worte, als wollte er andeuten, Claire würde sich anstellen. Dabei versuchte er nicht nur, über ihre Zeit zu verfügen, als spielte es keine Rolle, welche Pläne sie hatte, oh nein! Er warf seine gesamte finstere Ausstrahlung in die Waagschale, sodass Claires Knie überhaupt nicht mehr aufhören wollten zu zittern!

»Dann sind wir uns einig?« 

»Ich hätte niemals gedacht, dass Sie so ein Schurke sein können«, stieß sie hervor und erntete ein zufriedenes Lächeln.

»Ich würde mein Verhalten eher geschäftstüchtig nennen.« Er drehte den Kopf zur Tür und lauschte. »Entscheiden Sie sich. Wir werden gleich Gesellschaft bekommen.«

Tatsächlich, nur wenige Augenblicke später drang das unverkennbare Geräusch von Fäusten, die auf Holz donnerten, an ihr Ohr.

Der Earl stand auf und streckte die Hand nach ihr aus. »In wenigen Minuten wird die halbe Nachbarschaft an den Fenstern stehen und dabei zusehen, wie Sie abgeführt werden.« Ohne die Hand zurückzuziehen, beugte er sich nach vorne und wisperte in Claires Ohr. »Sagen Sie Ja, ma chère. Was haben Sie zu verlieren, wenn Sie mein Angebot annehmen?« 

Ende der Leseprobe.

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